Warum kann der Wasserläufer am Wasser laufen?

Warum kann der Wasserläufer am Wasser laufen?

Inzwischen hat auch das Leben in den Tümpeln und Teichen wieder begonnen. In manchen Gewässern tummeln sich unzählige kleine Kaulquappen. Aber auch wenn wir nur die Wasseroberfläche eine Zeitlang betrachten, stellen wir fest, dass hier Tiere herumlaufen und springen. Weil sie am Wasser laufen können, heißen sie auch Wasserläufer. Warum sie das können, werden wir mit folgenden Experimenten herausfinden.

Wir brauchen:

  • Einige Büroklammern
  • Löschpapier oder Filterpapier
  • Pfeffer
  • Spülmittel
  • Eine kleine Wanne mit Wasser (z.B. von Familienpackung Eis)

 

So geht's:

Lass die Büroklammer senkrecht ins Wasser fallen – schwimmt sie oder geht sie unter? Nun trockne Deine Büroklammer gut ab oder nimm eine neue. Lege sie auf ein kleines Stückchen Löschblatt oder Filterpapier und setze das Ganze vorsichtig auf die Wasseroberfläche. Beobachte was mit dem Löschblatt und was mit der Büroklammer passiert. Nach einer kleinen Weile setzt Du dem Wasser wenige Tropfen Spülmittel zu.
Was geschehen ist, wollen wir mit einem weiteren Versuch genauer untersuchen: Das Wanderl gut auswaschen und frisches Wasser hinein. Dann streut Ihr etwas Pfeffer auf das Wasser. In die Mitte kommt ein Tropfen Spülmittel.

Beobachtet - Was ist passiert?

Die senkrecht aufs Wasser gefallene Büroklammer geht unter. Sie ist also schwerer als Wasser und kann nicht schwimmen. Bei unserem 2. Versuch geht das Löschblatt, sobald es mit Wasser vollgesogen ist, ebenfalls unter. Die Büroklammer aber schwimmt! (Sollte es nicht gleich klappen – ein bisschen üben – wer sehr ruhige Finger hat kann die Büroklammer auch ganz vorsichtig ohne Löschblatt auf die Wasseroberflache legen.) Sobald das Spülmittel dazugetropft wird, geht sie unter.
Beim 3. Versuch sehen wir, wie der Pfeffer, sobald das Spülmittel dazukommt, blitzschnell auseinander fährt.

Warum?

Wasser bildet aufgrund seiner chemischen Struktur an der Oberfläche eine Art unsichtbare Haut, von der nicht zu schwere Gegenstände getragen werden. Diese Haut nennt man die Oberflächenspannung des Wassers. Durch sie entsteht auch die typische Tropfenform. Spülmittel zerstören diese Haut (nur dadurch kann sich das Wasser mit dem Schmutz verbinden, den es abwaschen soll) und daher geht die Büroklammer unter. Beim Pfefferversuch können wir das „Reißen“ dieser Haut miterleben.

Was bedeutet das?

Viele Wassertiere nutzen die Oberflächenspannung. Der Wasserläufer kann darauf laufen und springen. Auch Wasserschnecken schwimmen daran. Manche Insektenlarven (z.B. von den Mücken) hängen sich an diese Haut um zu atmen. Daher ist es - abgesehen von den giftigen Substanzen- sehr schädlich, wenn Rückstände von Waschmitteln in ein Gewässer gelangen und damit die Oberflächenspannung zerstört wird.

Antwort (Forschungsergebnis)

Der Wasserläufer kann durch die Oberflächenspannung des Wassers wie auf einer unsichtbaren Haut auf der Oberfläche von Gewässern laufen.