Brutinseln für Flussseeschwalbe und Flussregenpfeifer
In Hohenau an der March / NÖ beteiligen sich die önj-AURING-Hüpfer an Naturschutzprojekten des Vereins AURING
www.auring.at.
In den letzten beiden Wintern bemühte sich der AURING gemeinsam mit der Österreichischen Naturschutzjugend (önj) um die Errichtung von zwei, insgesamt gut 400m² großen, Schotterinseln im Anlandebecken 3 – dem damals größten Becken für die Ablagerung von Klärschlamm im Gebiet der ehemaligen Zuckerfabrik Hohenau. In einem vorangegangenen Projekt wurde das Becken eingeebnet, um es mit weniger Aufwand bewässern zu können und Brutinseln wurden errichtet. Diese Inseln waren jedes Frühjahr mit Schilf zugewachsen, was ein erfolgreiches Brüten der Zielarten Flussregenpfeifer (Charadrius dubius), Lachmöwe (Larus ridibundus) und Flussseeschwalbe (Sterna hirundo) verhinderte. Sie benötigen offene Bereiche mit entsprechendem Untergrund und gutem Überblick. Zur Lösung des „Vegetations-problems“ wurden die Inseln zuerst gemäht und dann mit einem Geotextil (Vlies) bedeckt. Mittels Traktor wurde durch die Firma Schweinberger Schotter in das Becken gebracht. Es benötigte durchgehende Frostperioden von mehreren Tagen, bis der schlammige Untergrund fest genug war, um ihn mit den schweren Geräten befahren zu können. Ein Bagger verteilte schließlich den Schotter gleichmäßig auf die Inseln. Die Schotterkörnung wurde möglichst ähnlich den Verhältnissen gewählt, die an den natürlichen Bruthabitaten der Zielarten vorherrschen.
Dank gebührt dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Lebensministerium) für die finanzielle Unterstützung beim Ankauf des Vlies und Schotters sowie den Baggerarbeiten. Insgesamt wurden von Mitgliedern des Vereins AURING und der önj über 150 ehrenamtliche Arbeitsstunden für die Errichtung der Inseln aufgewandt. Die önj-AURING-Hüpfer haben die Verbesserung der Infrastruktur des „3er-Beckens“ tatkräftig unterstützt und wurden mit dem viel-fältigen Leben im Becken vertraut gemacht. Auch heuer stehen wieder einige Aktionen rund um diesen besonderen Wasserlebensraum auf dem Programm.
Am 10.03.2010 wurde die Rohrleitung zur Bewässerung des Beckens gedichtet und die Wasserpumpe beim Vereinshaus in Betrieb genommen. Nun hoffen wir auf einen reibungslosen Ablauf der „Bewässerungssaison“ und die Beobachtung unserer Zielarten im Gebiet. Die Inselbereiche können vom renovierten Beobachtungsver-steck am Anlandebecken 3 gut eingesehen werden, ein Besuch lohnt sich!
(Jakob Pöhacker und Ute Nüsken)






