Kartierungsarbeiten

- Schachbrett

- Impression

- Kleiner Fuchs

- Der Unterkargererhof

- Springfrosch
Kartierungsarbeiten im Dorf Kasten und am Unterkagererhof (im Juli 1999)erstellt von Mair Cornelia
Einleitung:
Seit einigen Jahren werden in Kasten im oberen Mühlviertel verschiedene Projekte im Rahmen der Aktion offene Türme, offene Dörfer durch die dortige Naturschutzjugend durchgeführt.
Das Dorf Kasten liegt in eher ruhiger Umgebung in für das obere Mühlviertel charakteristischer hügeliger Landschaft.
Ungefähr 20 relativ dicht nebeneinanderliegende Häuser (meist alte oder zum Teil neu umgebaute Bauernhöfe) bilden das „Zentrum“ des Dorfes. In den meisten Fällen sind Sreuobstwiesen mit Obstbäumen unterschiedlichen Alters direkt hinter dem Haus angelegt.
Die angrenzenden Gebiete bestehen hauptsächlich aus Wiesen und Feldern. Nahe dem Dorf befinden sich auch einige kleine Nadelwaldbereiche und etwas entfernt größere zusammenhängende Nadelwälder.
Die alten Laubbäume der Streuobstwiesen stellen daher gute Ergänzungs- und Verbindungszonen zwischen den einzelnen eher kleinen Waldstücken dar, die es verschiedenen Arten ermöglichen, sich weiter in die manchmal eintönige Kulturlandschaft auszubreiten.
Ziel der eingangs erwähnten, von der Naturschutzjugend durchgeführten Projekte ist die Erhaltung der Streuobstwiesen und die Verbesserung der Dorfstrukturierung, um neue Lebensräume für verschiedenste Tier- und Pflanzenarten zu schaffen.
Zusätzlich wurde im Juli 1999 auch eine Kartierung der Streuobstwiesen in der Umgebung des Dorfes durchgeführt, um die noch vorhandenen Arten zu erheben und besonders für diese, geeignete Lebensräume und Nisthilfen schaffen zu können.
Beobachtungen und Ergebnisse:
Die reichhaltige Strukturierung eines Gebietes mit unterschiedlichen ökologischen Nischen und Lebensräumen ist ausschlaggebend für die dortige Artenvielfalt.
Einige der Obstgärten und Streuobstwiesen in Kasten bieten mit unterschiedlich hohen Bäumen verschiedenen Alters, Teichen und sonstigen Feuchtbereichen, Steinmauern, Brennesselgestrüppen und anderen Kleinlebensräumen gute Voraussetzungen dafür
In vielen Gärten wurden bereits Nistkästen für Vögel und Nisthilfen für verschiedene Insekten aufgehängt, alte Bäume mit Spechtlöchern wurden stehengelassen..., wodurch sich die Lebensbedingungen für viele Arten bereits wieder verbessert haben.
Auch das Bewußtsein der Dorfbewohner für Umweltschutz und für die komplexen Zusammenhänge in der Natur hat sich aufgrund der durchgeführten Projekte sicherlich wieder gebessert.
Auffallend ist die große Zahl an unterschiedlichen Vogelarten, die sich im Dorf aufhalten. Besonders gute Möglichkeiten finden Höhlenbrüter wie Meisen, Kleiber... vor. Ihnen bieten sich geeignete Brutmöglichkeiten, auf Grund der zahlreichen Nistkästen in vielen der Obstgärten. Ausreichend Nahrung finden sie in den Streuobstwiesen.
Aber auch einige Arten, die sich sehr stark auf die Nähe menschlicher Siedlungen eingestellt haben, prägen das Bild in Kasten. Dazu gehören die Rauchschwalben, Mauersegler, Sperlinge, Hausrotschwanz...
Durch die teilweise recht großen Teiche in und um Kasten sind in dieser Umgebung auch einige sonst schon sehr seltene Amphibienarten wie Grasfrosch, Springfrosch, Erdköte und Teichmolch anzutreffen.
Die Zahl an Libellen ist mit 7 verschiedenen Arten ebenfalls nicht gering.
Besonders auffallend ist, daß sich ein großer Teil der Tierarten im nördlichen Teil des Dorfes aufhält. Dort befinden sich in einem Garten zwei große Teiche, die sich besonders positiv auf die Artenvielfalt auswirken.
Außerdem gibt es in diesem Bereich auch mehrere Flächen mit dichten Brennesselgestrüppen, die Lebensraum für die Larven einiger unserer bekanntesten Tagfalter bieten (Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Landkärtchen,...) und Nist-möglichkeit, Deckung und Nahrung für Vögel, Unterschlupf für Insekten...All das wirkt sich positiv auf die Artenvielfalt in diesem Teil des Dorfes aus.
Kartierung am Unterkagererhof:
Ebenfalls kartiert wurde das Gebiet rund um den unbewirtschafteten Unterkagererhof, welches als relativ abgelegenes Gebiet außerhalb der Dorfstruktur mit zum Teil ungemähten Wiesen und angrenzenden größeren Nadelwaldbereichen, noch einige botanische und vor allem zoologische Besonderheiten aufweist.
Dazu gehören unter anderem besonders die drei verschiedenen Großlibellenarten (Blaugrüne Mosaikjungfer, Plattbauch, Gemeine Heidelibelle), die bereits bedrohten Amphibienarten Grasfrosch, Springfrosch und Teichmolch, außerdem fallen noch die vielen verschiedenen Schmetterlingsarten und einige seltene Käferarten auf.
Ausschlaggebend für die relativ große Artenvielfalt um den Unterkagererhof sind meiner Meinung nach die beiden Teiche, in deren Umgebung sich die meisten der gefundenen Tiere häufig aufhalten.
Sogar Fledermäuse können hier in der Dämmerung beim Trinken im Flug über dem Teich beobachtet werden.
Ebenfalls positiv auf die Artenzahl wirkt sich sicherlich das abwechselnde Mähen der Wiesenstücke aus, sodaß immer ein Teil ungemäht bleibt und ausreichend Nahrung und Unterschlupf für Schmetterlinge, Insekten und Vögel bietet.

