Wachteln - Leben entsteht
Das Erfreuen und Erleiden des Lebens –
Erfahrungen in einem Schul- und önj -Projekt.
LEBEN lässt sich nicht planen – unabhängig von allen Vorstellungen, Träumen und Wünschen, die wir immer auch haben. Diese Erfahrung konnten (mussten) an die 100 SchülerInnen der 1. Klassen der HS St. Georgen/A. machen, die mit Begeisterung und großen Erwartungen dem Schlüpfen ihrer Hühner-, Enten– und Gänse-Eier entgegen fieberten.
Schon das Mitbringen und Einlegen der Eier in den Brutkasten war ein spannender Weg, den die Schüler erlebten. Schon nach dem dritten Tag konnte das Heranreifen der Eier (pulsierende Keimscheibe) in den befruchteten Eiern durch eine spezielle Lampe im Brutkasten beobachtet werden. So stiegen die Spannung, die Erwatung und die Begeisterung der Kinder von Tag zu Tag – begleiteten sie doch das Heranreifen von „Leben“.
Leider passierte dann 5 Tage vor dem Schlüpfen ein tragisches Missgeschick. Nach dem „Durchleuchten“ der Eier wurde ein Schalter nicht richtig zurückgeschaltet, sodass am Wochenende der Heizungsschalter ausfiel und der gesamte Brutkasten 2 Tage auskühlte und kein einziges Ei überlebte.
Nun war nicht nur bei den Kindern Traurigkeit angesagt, auch wir Lehrer merkten wie groß unsere innere Beteiligung und unsere Anteilnahme an diesem Projekt war. So war es auch eine schwere Aufgabe, den Kindern diese traurige Botschaft mitzuteilen.
So machten wir alle an diesem Projekt eine wichtige (möglicherweise auch sehr wesentliche) Erfahrung – nämlich, dass DAS LEBEN für eben diese Situation in seinem lebendigen Empfinden das Traurig-Sein bereithält – und es galt zu lernen, dies anzunehmen und damit umzugehen.
Um das Positive und die Freude an diesem Projekt „Leben entsteht“ wieder aufkeimen zu lassen, haben wir vorgebrütete Wachteleier erhalten, die dann für große Aufregung und Begeisterung sorgten. Da die meisten an einem Vormittag (Schultag) schlüpften, konnten viele Kinder das Schlüpfen der jungen Kücken direkt und aus nächster Nähe beobachten. Manche erlebten dieses kleine Wunder sogar in ihren eigenen Händen – ein wohl unvergessliches Erlebnis.
Vielleicht war das Besondere an diesem Projekt, gleichzeitig zu erfahren, dass das Erfreuen ebenso wie das Erleiden des Lebens zum Leben gehören. So war dieses Projekt mitten aus dem Leben - für das Leben.

