Kreuzerbauernmoor im Herbst 2002

Alle Jahre wieder - und das schon im Oktober!

 

Dr. Wolfgang, seines Zeichens studierter Sensenschwinger vom Kärntner Bergbauernhof

Burghard Streif, der Kno, der schon mit Bluatschink in Linz auf der Bühne gemäht hat

Margit, die trotz ihres ersten Lehrjahres eine tadellose Figur hat – das muss am Gürtel liegen

 

Und schließlich noch der Fritz, der noch immer mäht, obwohl die Sense immer wieder tief in den Boden fährt und ob dessen schon einmal den Geist, bzw den Griff aufgegeben hat.

Die Mahder der önj – waldzell rücken der Streuwiese mit jährlicher Regelmäßigkeit auf den Rasen. Sollen andere im Fitnessstudio ihren Schweiß vergeuden, wir halten uns mit Sense und Wetzstein fit. Eine durchaus meditative Angelegenheit, wenn man Schwung für Schwung, Zug um Zug die abgeblühten, von glitzernden Spinnweben umfassten Orchideen – und Enzianhalme mit frisch gedengelter und gewetzter Sense darniederlegt. Unsere Psychotherapeuten würden arbeitslos, könnten wir diese Therapie monatlich genießen. Allerdings freuen sich unsere Physiotherpeuten schon im September auf das nahende Geschäft.

 

Wenn dann Zeile um Zeile, in verschiedensten Brauntönen, die Orchideenwiese ziert, dann ist es Zeit für die Hauptschulgruppe der önj – waldzell, mit Rechen und Gabeln auszuschwärmen, und an zwei Nachmittagen die Ergebnisse der Oldiesmeditation zu den beiden Kompostplätzen zu befördern. Fehlt es an Werkzeug, und das passiert uns mit den Heugabeln ebenso regelmäßig wie mit den Rechen, dann sind wir froh, dass Hände und Arme gut angewachsen sind und es heißt:“Zupacken und nicht naschen!“

Eigentlich schade, denn es handelt sich um wohlriechendes, kreuterreiches Rossheu. Erstaunlich, wie riesig die Haufen jeden Herbst werden und wie klein die Häufchen dann im folgenden Herbst sind, wenn Mikroorganismen aus Waldhyazinthe, Knabenkaut und Schwalbenwurzenzian ganz stinknormalen Kompost produziert haben.

 

Ist das „Vergnügen“ auf der Streuwiese zu Ende, dann kann jeder noch seine Biberqualitäten unter Beweis stellen. Dämme braucht das Moor, damit das Wasser nicht allzuschnell der Redl entgegenstreben kann. Trotz immer wiederkehrender terroristischer Akte eines unserer Grundanreiners hüpft immer wieder das Biberherz, wenn man sieht, was ein paar spitz zugenagte Stämme, mit torfigem Erdreich abgedichtet, an Wassermassen im Moor zurückhalten können.

Heuer konnten wir die Kreuzerbauernmoor Aktionen mit einem „Zuckerl“ verbinden.

 

Mit unserem ertsen Powerstart ins Jahr 2002/03.

Nach getaner Arbeit begaben wir uns per Bus zum Hansjörglhof (Waldzell), neben Tibet (Asien), Ayers Rock (Australien) und Ship Rock (im Amerikanischen Südwesten) das bekannteste Energiezentrum weit und breit, um unsere abgerackerten Körper wieder mit Power (in Form von Brot, Käsekrainer und Knacker, Kräutertee und Spielen) aufzuladen. Für die Oldies gab es dann zu späterer Stunde noch biologische Zauberwässerchen. Erst um Mitternacht war der Energiehaushalt soweit geregelt, dass ans Schlafsackbewachen gedacht werden konnte.

 

Ein Blick aus dem Fenster durch die hellgelb leuchtenden Blätter des Spitzahorn ließen uns am nächsten Morgen Kreuzweh und Gliederschmerzen schnell vergessen. Tee -und Kaffeeduft weckten unsere Sinne und nach einem gemütlichen gemeinsamen Frühstück begannen wir schön langsam daran zu denken, dass wir zu unseren Familien nach Hause mussten.

 

Aber zwei Sachen sind sicher!

    Das Moor wird uns sowieso nicht mehr los

    und,

    den Hansjörglhof besuchen gewiss auch bald wieder!