önj Waldzell auf Kreuzotternsuche im Kreuzerbauernmoor
Das Wetter war schwül, wir waren ganz vorsichtig und leise unterwegs, aber trotzdem konnten wir keine Kreuzotter finden.
Auf Anregung des Biologen Thomas Mörtelmaier begaben wir uns am Samstag auf die Suche nach den seltenen Reptilien. Er hat schon jede Menge Kreuzottern, unter anderem die seltene, fast rote Form, auf unserer Streuwiese gesehen. Aber ein Biologe erschüttert eben den Boden weniger als 10 önjler - auch wenn sie noch so leise unterwegs sind.
Aber es war auf keinen Fall umsonst, dass wir die Streuwiese besuchten, die wir ja sonst nur im Herbstkleid kenne, wenn wir sie mit Sense, Rechen und Gabel bearbeiten.
Jede Menge seltene Orchideen (Geflecktes Knabenkraut, Sumpfständelwurz und Waldhyazinte), Wollgras (Scheidiges und Alpines), Gilbweiderich und Blutweiderich, Sonnentau, Krabbenspinnen und viele nicht genauer bestimmte Spinnentiere, Blauflügelprachtlibelle, etc. etc. Am beeindruckendsten waren aber die Bläulinge. Hunderte flogen uns ständig um die Ohren.
Jetzt wissen wir, wie wichtig es ist, dass wir jeden Herbst die Wiese in Handarbeit mähen und heuen.
Nachdem wir uns endlich von der Streuwiese trennen konnten, inspizierten wir noch den Wassergraben genauer. Haufenweise Krebsteile, ganze Scheren, Schulterpanzer und Schwanzteil. Hatten sich die Krebse, abgesehen von ihren Panzern, in Luft aufgelöst? Erst als unsere Hosensäcke schon voll waren mit leeren Krebspanzern, entdeckten wir die ersten lebenden Exemplare. Buttterweich waren sie, und nun wussten wir auch, warum überall die leeren Panzerteile herumlagen. Sie hatten sich erst vor Kurzem gehäutet.
Viel zu kurz wurde uns die Zeit, und wir haben uns vorgenommen, dass wir das nächste mal länger bleiben.

