Sommerlager in Apetlon vom 26.7. bis 30.7.2004

Unser diesjähriges Sommerlager verbrachten wir in der Storchenschmiede in Apetlon im Herzen des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel.

Der Steppennationalpark Neusiedler See gilt mit seiner Artenvielfalt als eines der wichtigsten Vogelschutzgebiete Europas. Durch die jahrhunderte lange Beweidung entstand eine einzigartige Naturlandschaft mit unverwechselbarem Charakter.

 


Montag

Schon am Anreisetag schwangen wir uns nach dem Bezug unseres Quartiers auf unsere Drahtesel und wollten die Steppenrinderherde besichtigen. Wir bestiegen einen alten ungarischen Grenzturm und hielten nach den 300 Rindern Ausschau. Doch keines der Rindviecher ließ sich sehen. Stattdessen konnten wir einen Wiedehopf beobachten.

Anschließend machten wir noch einen Abstecher zur Zicklacke um einige der fast 300 im Nationalpark vorkommenden Vogelarten zu beobachten.

Im Heim angekommen bereiteten Herr Streif und seine fleißigen Küchengehilfen das Abendessen zu. Die Spaghetti und der Salat schmeckten lecker. Danach durften wir noch etwas spielen und dann mussten wir ins Bett, um für die Lange Lacke am nächsten Tag fit zu sein.
 

 


Dienstag

Nach einem ausgiebigen Frühstück wollten wir in Richtung Lange Lacke losstarten. Doch bereits beim Wegfahren hatte Steffi, unsere Betreuerin, einen Platten und konnte nicht mitfahren. Sie musste stattdessen zur Werkstatt fahren und dann daheim für ihren Führerschein lernen, den sie hoffentlich bald bestehen wird. Doch Herr Burgstaller und Herr Streif, unsere zwei anderen Betreuer, fuhren mit uns die interessante Strecke rund um die Lange Lacke. Dort haben wir vom Löffler über den Säbelschnäbler, vom Weißstorch bis hin zum Purpurreiher alle möglichen Vogelarten erblickt. Insgesamt waren es 36 verschiedene. Zusätzlich fuhren wir durch eine weidende Rinderherde, die von einem ungarischen Hirten und vier Hunden bewacht wurde. Nach einem Besuch im Nationalparkzentrum, in dem wir einen interessanten Film sahen, kämpften wir uns gegen den starken Wind in Richtung Neusiedler See weiter.

Trotz des kalten und windigen Wetters stürzten sich alle (mit Ausnahme unserer Betreuer) in die aufgewühlten und trüben Fluten des Sees.

Wieder zu Hause angekommen spielten wir noch ein lustiges Spiel, bei dem wir sehr viel herum laufen durften.

Zum Abendessen gab es Fischstäbchen und Gemüselaibchen mit Salat.
 

 

Mittwoch

An diesem Tag stand ein Abstecher mit dem Fahrrad nach Ungarn auf dem Programm. Unsere drei Extremradler (Ralf, Rainer, Armin) fuhren mit Herrn Burgstaller rund um den See bis Mörbisch und mit der Radfähre wieder herüber. Trotz des Gegenwindes schafften sie die 72 km locker. Mit Ausnahme von Herrn Burgstaller: Dieser hatte in Illmitz noch etwas zu erledigen und kam wegen des einsetzenden Regens (und wegen überhöhter Geschwindigkeit) in Apetlon zu Sturz. Da er Gott sei Dank einen Helm aufhatte, kam er mit Abschürfungen (und einer kaputten Flasche Wein) noch glimpflich davon.

Der Rest (mit drei Ausnahmen, die keinen Reisepass besaßen) fuhr mit Herrn Streif und Steffi nach Fertöd. Dort besichtigten wir das Esterhàzy – Schloss, das auch „Das ungarische Versailles“ genannt wird. Nach einer Jause im Schlosspark wurde der Standlmarkt gestürmt und verschiedenste Souvenirs wechselten den Besitzer. Bei der Rückfahrt machte uns wieder kräftiger Gegenwind zu schaffen.

Erschöpft und hungrig wieder zu Hause angekommen heizte unser Grillmeister (Herr Streif) die Feuerstelle an, auf welcher wir Koteletts und Käsekrainer grillten. Danach spielten wir verschiedene Spiele (Ochs am Berg, Hol den Hut,...), wobei es zu kleineren Zwischenfällen und einem größeren Zusammenstoß kam, bei welchem sich Ralf fast die Rippen brach.

Erschöpft von dem anstrengenden Tag gingen wir (Ralf und sein Vater mit Schmerzen) früh ins Bett, um am nächsten Tag den neuen Aufgaben gewachsen zu sein.
 

 


Donnerstag

Am Vormittag stand eine Nationalparkführung (mit Schwerpunkt Insekten) auf dem Programm. Nach einem wie immer vorzüglichen Frühstück radelten wir Richtung Biologische Station. Kurz vorher trafen wir unsere Betreuerin Maria, die uns eine interessante zweistündige Führung bot. Besonders viel erfuhren wir über Libellen. Leider gabs wieder einen Patschen – diesmal erwischte es Michael. Doch er hatte Glück im Unglück, weil ihn Maria mit ihrem Auto nach Hause fuhr. Wegen des miesen Wetters fiel das Nachmittagsprogramm (Baden im Neusiedler See) buchstäblich ins Wasser. Also verbrachten wir den Nachmittag in der Storchenschmiede.

Da sich das Wetter gegen Abend wieder besserte, suchten wir Brennholz und machten ein großes Lagerfeuer, das wir gleich nutzen, um unsere Knacker auf selbst geschnitzten Stecken in den Flammen zu grillen.
 

 


Freitag

Tag der Heimreise – und die Sonne ließ sich blicken. Nach dem Frühstück stürzten wir uns gleich auf die Besen und putzen das Haus in Rekordzeit, wofür wir sogar ein großes Lob von Herrn Burgstaller erhielten. Die Heimreise verlief ruhig, mit einer Ausnahme: Rainer, welcher vor der Abfahrt es nicht für dringend hielt, aufs WC zu gehen, hielt es dafür die nächsten zwei Stunden für sehr dringend, irgendwo Halt zu machen.

Als die pure Langweile uns befiel und wir nur zwei Kugelschreiber hatten, fingen wir an, die Arme anderer mit Tieren, welche wir auf dem Lager sahen, anzumalen.

Bei der Ankunft in Waldzell fielen die Kinder mit voll geschriebenen Armen in die Arme der sehnsüchtig wartenden Eltern.

 

Diesen Bericht verfassten alle Lagerteilnehmer und trotz des nicht so guten Wetters sind sich alle einig: Es war ein tolles Sommerlager.