Naturdenkmal Ottangien

Naturdenkmäler werden errichtet, um auf Besonderheiten in der Natur hinweisen zu können und dieselben für die Nachwelt zu erhalten.

Ein weltberühmter Fossilienfundort wurde jetzt Gruppen in OÖ zum Naturdenkmal erklärt und damit unter Schutz gestellt: Eine Schliergrube auf dem Ottnanger Feld.

 

Das Ottnangien

Als Ottnangien werden Schlierschichten des miozänen Tretiärs bezeichnet, welche sich in einem Zeitraum von mehreren Millionen Jahren aus Meeresablagerungen bildeten und Bestandteil des Molassetroges sind

Der Molassetrog erstreckt sich Gruppen in OÖ von der Flyschzone am Rande der Alpen bis zur kristallinen Böhmischen Masse. Die Hauptfüllung der Beckens stammt aus der Tertiärzeit und umfasst die verschiedensten marinen Ablagerungen, die uns durch ihre teilweise reich vorhandene fossile Flora und Fauna Aufschluss über die in den jeweiligen Zeiträumen vorherrschende Tier- und Pflanzenwelt geben.

Aufmerksam wurde man auf diese Schichten, als Mitte des vergangenen Jahrhunderts die fossile Fauna der Molassezone das Interesse der Forscher auf sich lenkte. Zunächst waren es einige aufsehenerregende Funde fossiler Seesäuger, die Wal- und Seekuhskelette aus den Linzer Sanden. Beinahe parallel dazu haben mancherorts aber auch Muschel- und Schneckenfossilien, welche bei der Gewinnung von kalkhaltigem Schlier entdeckt wurden, zum Nachdenken über ihre Herkunft angeregt.

In diesem Zusammenhang ist auch die fossile Fauna von Ottnang - Wolfsegg anzuführen, mit welcher sich schon relativ früh namhafte Forscher befassten.

Erstmals bearbeitet wurde das Ottnangien 1864 von Reuß; aber auch Sueß und Karrer (1866) leisteten ihre Beiträge zur Erforschung dieser Meeresablagerungen..

Das Ottnangien wurde namensgebend für den betreffenden Teil der mitteleuropäischen Molassezonen als stratigraphischer Begriff eingeführt und ist unter diese Bezeichnung weltweit bekannt.

Im Konkreten umfasst das Ottnangien die Innviertler Serie, welche den Robulus Schlier (Vöcklaschichten, Atzbacher Sande, Attnanger Schlier) den Rotalien Schlier (Rieder Schichten) und die Glaukonitserie (Mehrnbacher Sande, Braunauer Schlier, Treubacher Sande) beinhalten.

Das Naturdenkmal Ottnangien wird an jener Stelle - einer Schliergruppe auf den "Ottnanger Feld" - errichtet, wo 1864 der Geologe Reuß die fossilienführenden Schichten entdeckt hat;- daher darf dieser Ort als Locus Typicus bezeichnet werden. Das Denkmal besteht nicht - wie üblich - aus einer Hinweis- und Beschreibungstafel sondern aus zwei Diagrammen. Auf dem einen ist die Situation des Tretiärmeeres zu sehen  auf dem anderen der Schlierabbau. Zusätzlich wird auf einer Tafel das Ottnangien genauer beschrieben.

 

Schlier

wurde schon zur Zeit der Römer - der römische Geschichtsschreiber Tacitus berichtet darüber - als Dünger verwendet. Vor allem dient Schlier als Kalkdünger aber auch seine bodenauflockernde Wirkung ist besonders für lehmige Böden von Bedeutung. Sie ergibt eine bessere Durchlüftung und damit auch mehr Bodenleben.  

 

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Betreuer:  

Peter Pohn

 

4902 Wolfsegg

 

Tel. 07676/7154