Naturdenkmal Ottnangium

Mit der Errichtung eines Naturdenkmales wird eine Besonderheit der Natur unter behördlichen Schutz gestellt.

  • Ein Naturdenkmal ist unverändert der Nachwelt zu erhalten!
  • Das Naturdenkmal Ottnangium ist ein Locus Typicus.
  • Frei übersetzt bedeutet dieser Begriff: Ort der Namensgebung
  • Die Bezeichnung Ottnangium stammt vom Flurnamen Ottnanger Feld.
  • Der Ottnanger Schlier ist eine Meeresablagerung aus dem jüngeren Tertiär


Die Bedeutung des Ottnangiums in der Geologie

Die fossilführenden Schichten der Ottnanger Schliergrube weckten bereits Mitte des 19. Jahrhunderts das Interesse namhafter Wissenschaftler. Einen hohen Bekanntheitsgrad erreichte die Ottnanger Schliergrube durch den Umstand, dass bedeutende Fossilien besonders gut erhalten das erste Mal hier entdeckt wurden.

Diese Gegebenheit führte schließlich dazu, unter der Bezeichnung Ottnangium weitere fossilführende Schichten aus der Zeit des Molassemeeres als stratigraphischen Begriff international verpflichtend einzuführen. 

Auf diese Weise wurde die Ottnanger Schliergrube ein in der Geologie weltweit bekannter Locus Typicus

 

 

 

 

 

Quartär

Pleistozän

Alluvium

 

 

 

 

 

 

 

Diluvium

 

 

 

 

 

 

Pliozän

Oberpliozän

 

Oncophoraschichten

 

 

 

 

 

Unterpliozän

 

Treubacher Sande

 

 

 

 

 

Sarmatien

 

Braunauer Schlier

Glaukonit Serie

 

Neozoikum

 

 

Badenien

 

Mehrnbacher Sande

 

 

 

 

 

Karpatien

Ottnangium

Rieder Schichten

Rotalien Schlier

 

 

Tertiär

Miozän

Ottnangium

 

Ottnanger Schlier

 

 

 

 

 

Eggenburgium

 

Atzbacher Sande

Robulus Schlier

 

 

 

Oligozän

Egerien

 

Vöcklaschichten

 

 

 

 

 

Rupelien

 

 

 

 

 

 

 

Lattorfien

 

 

 

 

 

 

Eozän

Obereozän

 

 

 

 

Mesozoikum

Kreide

 

 

 

(aus: Janoschek, 1989)

 

 

Jura

 

 

 

 

 

 

 

Trias

 

 

 

 

 

 

Paläozoikum

Perm

 

 

 

 

 

 

 

Karbon

Kristallin der Bömischen Masse

 

 

Werdegang

Erste wissenschaftliche Erwähnung der Ottnanger Schliergrube im Jahrbuch der K u. K Geologischen Reichsanstalt von 1850 durch Friedrich Simony.

Simony sammelte in der Schliergrube 30 Fossilien, welche er dem Gelehrten Moritz Hörnes zur Bestimmung und Publikation übergab.

Dessen Sohn, Rudolf Hörnes, veröffentlichte 1875 einen detaillierten Bericht mit Abbildungen der Funde.

Weitere Bearbeitungen folgten unter anderem durch die Gelehrten Reuss, Karrer und Sieber.

1989 wurde die Ottnanger Schliergrube durch OSR Peter Pohn als Naturdenkmal unter behördlichen Schutz gestellt. 

2007 errichtete Peter Pohn zur bestehenden Vitrine, welche neben der Situation des Molassemeeres eine Beschreibung des Ottnangiums beinhaltet, eine zweite Vitrine, in welcher in drei Schritten die Entwicklung des Hausrucks dargestellt wird.