50 Jahre Abenteuer Natur - aus Erfahrung gut

Unvergessliche Lager, Tauchfahrten, Exkursionen und erfolgreiche Naturschutz-aktivitäten in ganz Österreich verbinden die Mitglieder der Naturschutzjugend seit 50 Jahren.

Die Inhalte haben sich in dieser Zeit nicht geändert und die Begeisterung ist ungebrochen. Doch die Anforderungen haben sich gewandelt: Jugendliche stellen andere Ansprüche, dem Naturschutz weht seitens der Wirtschaft ein scharfer Wind entgegen. Immer, wenn der Staat sparen muss, spüren das zuerst Natur- und Umweltschutz. Gerade jene Bereiche, die so wenig nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgerichtet sind, umso mehr jedoch Förderungen der öffentlichen Hand und Privater benötigen. Diese werden derzeit sukzessive weniger. Im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen ist die Naturschutzjugend dadurch noch nicht in ihrer Existenz bedroht, denn, wo nur ehrenamtlich gearbeitet wird, findet sich immer ein Weg, Ideen umzusetzen. Doch die Situation wird immer weniger erfreulich und immer unsicherer, längerfristige Projektplanungen werden immer schwieriger.

Rückhalt und Chance durch ehemalig aktive Mitglieder

50 Jahre erfolgreiches Vereinsleben sind Rückhalt und Chance. Der Zusammenhalt und die Verbundenheit ehemals aktiver Mitglieder schlagen eine Brücke von der Vergangenheit in die Zukunft. Denn gerade diese Unterstützung - mental, verbal und finanziell - gibt den nötigen Schwung und eröffnet Möglichkeiten, die einem kleinen Verein sonst verschlossen blieben. "Alt-önj-ler" (Insider wissen, dass man die drei Buchstaben {ö-en-je} ausspricht, sonst hat man sich sofort als "Nichtkenner der Materie" deklassiert) und NATURSCHUTZBUND Österreich leisten somit in diesen schwierigen Zeiten einen wichtigen Beitrag zur Erreichung unserer Ziele - damit Naturerleben für die Jugend nicht zu kurz kommt!

Die önj hat viele Augen

Hunderttausende Jugendliche haben in ganz Österreich an önj-Veranstaltungen teilgenommen. Zahlreiche ökologisch wertvolle Landschaften wurden angekauft, unter Schutz gestellt oder für deren Schutz die entsprechende Öffentlichkeitsarbeit geleistet. Viele Artenschutzprojekte wurden erfolgreich durchgeführt. Neue Initiativen entstanden aus der önj und machten sich selbständig - z. B. Gründung der Berg- und Naturwacht, moderne Landschaftsarchitektur, etc.. Die besondere Leistung der önj ist aber die Förderung des Naturschutzgedankens in jungen Menschen

Geänderte Ansprüche

Die Inhalte der önj haben sich in den letzten 50 Jahren nicht wesentlich geändert, doch die Jugendlichen sind anspruchsvoller geworden. Sprach die önj in den 50ern und 60ern hauptsächlich die 14 - 20jährigen an, so sind es heute die 8 - 15jährigen, die begeistert mitmachen. Die Prägung der Jugendlichen erfolgt heute wesentlich früher. Sind die Teenager über das schulpflichtige Alter hinaus, muss die Freizeitgestaltung besonders "cool" sein - Vereine erfüllen diesen Anspruch nur selten.

In eben jener Altersverschiebung liegt heute das Problem vieler Jugendvereine, fehlen doch allen ehrenamtliche Betreuer. Gerade wenn die Jugendlichen das Alter erreichen, in dem sie selbst Verantwortung übernehmen und den Verein aktiv mitgestalten könnten, sehen sie sich nach etwas anderem um. Was muss man ihnen also bieten, um sie weiterhin zu begeistern

Verantwortung und Sinn

Vor der Verantwortung fürchten sich die wenigsten jungen Leute. Das kann es also nicht sein. Aber was heute vielleicht noch wichtiger ist als vor 50 Jahren: Alle wollen Spaß haben, möglichst ohne große Anstrengung. Als Gruppenleiter muss man den jedoch erst erarbeiten. Wie viel einfacher wäre es, sich im Kino oder in Diskotheken ein fertiges Programm vorsetzen zu lassen oder bei Langeweile eben weiter in die nächste Disko zu gehen! Durch diese Methode steigen die Ansprüche der Konsumenten und die Langeweile stellt sich schnell ein. Wird sie zu groß, beginnen viele dann nach dem Sinn des Lebens zu fragen. Den könnten sie z. B. bei der önj finden!

 

Mag. Dagmar Breschar, Bundesleiterin